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Technologie

eANV ohne Signaturkarte: Wie die Fernsignatur den Kartenleser ablöst

Signaturkarte plus Kartenleser war jahrelang die einzige Option für QES im eANV. Die eIDAS-konforme Fernsignatur macht beides überflüssig — rechtskonform, nur ein Smartphone.

2. Dezember 20256 Minuten Lesezeit

Für viele KMU war die qualifizierte elektronische Signatur (QES) das größte Hindernis beim eANV: Signaturkarte beschaffen, Kartenleser anschließen, Treiber installieren, Zertifikat erneuern. Und bei jedem Mitarbeiterwechsel von vorne.

Seit einigen Jahren gibt es eine rechtsgültige Alternative: die Fernsignatur (Remote Signing).

Was ist der Unterschied?

Signaturkarte + Kartenleser (klassisch)

Das private Signaturzertifikat liegt auf einem physischen Chip (der Karte). Zum Unterschreiben braucht man:

  • Physische Signaturkarte (jährliche Kosten: ca. 30–80 €)
  • USB-Kartenleser (einmalig: 30–80 €)
  • Passende Treiber (betriebssystemabhängig)
  • Signatursoftware
  • Verfügbarkeit am Arbeitsplatz

Problem: Der Kartenleser muss überall sein, wo unterschrieben werden soll. Für mobile Nutzung auf Baustellen oder beim Kunden praktisch nicht einsetzbar.

Fernsignatur (modern)

Das Zertifikat liegt auf einem BSI-zertifizierten Hardwaresicherheitsmodul (HSM) beim Vertrauensdiensteanbieter. Zur Freigabe genügt:

  • Ein beliebiges Smartphone
  • Empfang einer SMS-TAN (oder App-Push)
  • Eingabe der TAN

Das ist alles. Kein Hardware-Token, kein Kartenleser, keine Installation.

Ist die Fernsignatur wirklich rechtsgültig?

Ja — ausdrücklich. Die eIDAS-Verordnung der EU definiert drei Ebenen elektronischer Signaturen:

  1. Einfache elektronische Signatur (z.B. gescannte Unterschrift)
  2. Fortgeschrittene elektronische Signatur
  3. Qualifizierte elektronische Signatur (QES) — höchste Stufe

Die Fernsignatur via D-Trust sign-me erfüllt alle Anforderungen der QES nach eIDAS Art. 25:

  • Basiert auf qualifiziertem Zertifikat eines akkreditierten Vertrauensdiensteanbieters
  • Erstellt durch eine qualifizierte Signaturerstellungseinheit (BSI-zertifiziertes HSM)
  • In der deutschen und europäischen Trusted List gelistet

§17 NachwV schreibt die QES vor — nicht die spezifische Technologie. Die Fernsignatur erfüllt §17 vollständig.

D-Trust sign-me: Was steckt dahinter?

D-Trust GmbH ist eine 100%ige Tochter der Bundesdruckerei — dem deutschen Bundesunternehmen für Ausweisdokumente und Sicherheitstechnologien. D-Trust ist:

  • BSI-geprüft (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik)
  • Akkreditierter Vertrauensdiensteanbieter nach VO(EU) 910/2014
  • In der deutschen und EU-weiten Trusted List gelistet
  • Rechenzentren in Deutschland (ISO 27001-zertifiziert)

sign-me ist der Fernsignatur-Dienst, der in eANV Online integriert ist.

VideoIdent: Die einmalige Identifikation

Bevor Sie die Fernsignatur nutzen können, müssen Sie sich einmal identifizieren. Das geschieht per VideoIdent:

  1. Video-Sitzung starten (automatisch per KI oder mit Operator)
  2. Personalausweis oder Reisepass zeigen
  3. Gesichtserkennung (Liveness-Check)
  4. Bestätigung — Zertifikat wird angelegt

Dauer: ca. 10 Minuten. Einmalig. Danach dauerhaft freigeschaltet.

Wie wähle ich zwischen Karte und Fernsignatur?

Für die meisten KMU ist die Fernsignatur die bessere Wahl:

| Kriterium | Signaturkarte | Fernsignatur | |-----------|--------------|--------------| | Hardware | Karte + Leser | Nur Smartphone | | Einrichtung | 30–120 Min | 10 Min (VideoIdent) | | Mobil einsetzbar | Kaum | Überall | | Bei Mitarbeiterwechsel | Neukarte | Neues VideoIdent | | Kosten laufend | ~50 €/Jahr | Im eANV-Tarif enthalten |

Fazit

Die Fernsignatur ist nicht die „billige Alternative" zur Signaturkarte — sie ist die praktischere Lösung für mobile und KMU-Erzeuger. eIDAS-konform, BSI-geprüft, rechtsgültig nach §17 NachwV.

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